Wenn sich nix tut, kann man nix bloggen. Nämlich.
(Sie machen sich keinen Begriff, wie anstrengend es war, diesen Satz überhaupt zu schreiben. Ich muß mich gleich mal hinlegen.)
Na schön, vielleicht tut sich ja doch was und ich bin einfach zu faul, mich geistig zu ergießen. Vielleicht liegts auch daran, daß sich in meinem ach so dollen Leben vieles im Dreimonatsrhythmus zu wiederholen scheint.
Da wären zunächst die Männer. Der Klempner. Der Almost Lover. Der Trommler. Immer rund-herum-dideldum. Man möchte gähnen und kotzen gleichzeitig. Daß der Trommler mittlerweile vom Karussell gefallen ist und es mir an Zeit, Muße und Gelegenheit mangelt, ihn durch einen weiteren emotional gestörten Musiker zu ersetzen, hat dieses Blog eines interessanten Themas beraubt. Der Klempner hält immer noch den Wanderpokal für most brauchbarer Mann 2008 in Händen, sitzt aber auf der anderen Seite des Kanals, was rein freundschaftliches Biergetrinke und anschließende Berichterstattung extrem erschwert. Und daß mich der Almost Lover unlängst mit einem längst vergangen Kosenamen betitelte ist zwar irgendwie verstörend süß, aber auch nicht der Stoff, aus dem die Träume sind.
Mit Männergeschichten ists also Essig.
Mein Innenleben ist zur Zeit auch nicht weiter bemerkenswert. Ich bin Dreißig. Das einzige, was daran erschreckend ist: nächstes Jahr werde ich Einunddreißig. Von da an gehts steil bergab, habe ich mir sagen lassen. Die Weiterentwicklung der Persönlichkeit, die um die Dreißig angeblich einsetzt, ist bei mir tatsächlich in Zentimetern meßbar. Je älter ich werde, desto hochhackiger werden meine Schuhe. Dieser Reifungsprozess kulminierte letzte Woche in der Erkenntnis, daß ich, die passionierte Turnschuhträgerin, auf 10cm hohen Hacken laufen kann, ohne mir beide Beine zu brechen. Frau A. auf (Beinahe)High Heels re-enacting the Eiffel Tower, da hat er schön geschaut, der Typ im Schuhgeschäft, der seiner Freundin beim Birkenstockkauf zweckdienlich zur Seite hätte stehen sollen.
Apropos Innenleben. Wahrscheinlich ist es tatsächlich so, daß ich mich in der zweiten Heimat freier entfalten kann als hier, wo mich jeder zu kennen glaubt. Drüben, wurde mir gesagt, käme ich sanfter, verträglicher und sozialer rüber, sogar meine Stimme wäre anders. Vielleicht liegts an der Sprache, vielleicht aber auch daran, daß ich in der zweiten Heimat nicht ständig gegen die Vergangenheit angehen muß. Jedenfalls hatte ich nie die Intention, mich neu zu erfinden. Ich bin wahrscheinlich bloß aufgewacht und habe festgestellt, daß ich gar nicht so schwierig bin, wenn man mich einfach mal sein läßt.
Sie sehen. Es tut sich nix und es gibt nix zu sagen.
(Ich bin erschöpft und muß mich hinlegen. Jetzt gleich.)