Lotterleben

Mauerfall oder: Love will tear us apart again.

Es gibt Orte, die sind so voll von Erinnerungen, daß sich jeder Gedanke, jede Bewegung, jeder Satz anfühlt wie ein Deja Vu. An solchen Orten bröckeln die Mauern, die man so sorgfältig um die Vergangenheit errichtet hat und Widerstände fallen in sich zusammen wie Salzburger Nockerln an der frischen Luft. Das kann gut sein oder schlecht, manchmal auch beides auf einmal.
Hier stehe ich nun also, eingesponnen in diesen Kokon aus Erinnerungen, und fühle mich zum ersten Mal seit Monaten unbeschwert in deiner Gegenwart. Wir lächeln uns an, zwischen uns ein paar Meter Tresen, feels like history repeating.
Als wir aneinander vorbeilaufen, legst du den Arm um mich und ziehst mich näher zu dir heran, keine Spur von Unsicherheit. Wie zwei seltsame Schwäne neigen wir die Köpfe zueinander bis sich unsere Wangen berühren. Für ein paar Sekunden verharren wir in unserer Vergangenheit, ohne uns zu bewegen. Argh, denke ich. Dummes, dummes Herz.
Dein Freund piekt dich in den Rücken. Mach voran, Mann. Wir kommen zu spät. Mit einem Schlag holt uns die Gegenwart ein und du lässt mich los. Warst du auf Urlaub?. Du nickst. Siehst gut aus. sage ich. Du siehst mich erst ungläubig an, dann lachst du. Und auf einmal weiß ich, daß ich dich vermisse und daß ich eine zweite Chance will und daß du mir mein treudoofes Herz noch ein paar Mal brechen wirst, so oder so. Mir einzureden du wärst Vergangenheit macht mich unglücklich, weil es mich zur Passivität verdammt. Mir einzugestehen, daß du nach wie vor Gegenwart bist, macht mein Herz leichter. Alles was ich jetzt noch brauche ist ein bißchen Mut, Angst vor deiner Antwort habe ich keine mehr.


via ffffound.com

Männer sind vom Mars

Da stolpere ich also vor ein paar Wochen im Internet über den Studienkollegen eines Freundes, befreunde den Mann, weil man das auf Myface nun mal so macht, wir emailen ein bißchen hin und her und dann stellt sich heraus, daß der Gute etwas abzugeben hat, das ich unbedingt haben will: einen Durst M607 Vergrößerer. Für läppische 40 Pfund. Her damit! sage ich. Ich kann den gerne auch zu dir nach Hause liefern, wenn du magst?, sagt er. Und ich bin darob sehr erfreut, schließlich wohnt der Mann im hohen Norden und ich habe kein Auto. Als Dankeschön würd ich dich gern zum Essen einladen. sage ich und denke mir erstmal nichts dabei. Ja gut, der Kerl ist im richtigen Alter, eine Augenweide und hat außerdem Humor, aber meine Absichten sind hauptsächlich lauter und erst in zweiter Linie zweideutig.

Wochen vergehen. Keine Antwort. Meine Paranoia setzt ein. Was Männer tun, wenn sie Schwierigkeiten wittern - sich tot stellen nämlich - wurde mir in jüngster Vergangenheit ja hinreichend demonstriert.

Weil dumm sterben aber eher doof ist und ich den Vergrößerer wirklich haben will, frage ich also an, ob letzterer noch zu haben ist und merke außerdem an, daß mein 'lunch date proposal' keinesweg als unmoralisches Angebot zu verstehen gewesen wäre.

Tage vergehen ohne Rückantwort. Ich wundere mich. Sehr.

Und dann haut es mich fast vom Sessel vor Lachen. Welches lunch date? fragt er.

Paranoia ist schon was Schönes.

Die Wunder der Natur

schon komisch, wenn sich im nachhinein herausstellt, daß der ex tatsächlich zwei diametral verschiedene persönlichkeiten in sich vereint, von denen die bessere nur alle jubeljahre zum vorschein kommt, fast wie der halleysche komet, aber wer hat schon 76 jahre zeit, auf ein wunder zu warten.

Mein Herz, ein Schwamm oder: Was hat dich bloß so ruiniert?

"Can I stay here with you til the day breaks? There's something you should know, I ain't got no place to go. Can I stay here with you through the night time? I've fallen sad inside and I need a place to hide." (Ray LaMontagne - Can I Stay)

I.

Da begab es sich also, daß ich durch eine relativ absurde Verkettung von Zufällen und Umständen mit der Aufgabe betraut wurde, ein Benefizkonzert für eine namhafte britische Organisation auf die Beine zu stellen. Oh, das klingt nach Spaß! mag sich jetzt mancher Leser denken. Kacke, was hab ich mir da wieder aufschwatzen lassen! dachte sich Frau A., die von PR und dem damit verbundenen Arschgekrieche eigentlich relativ wenig hält. Bekanntlich muß wer A sagt, aber auch mindestens B sagen, und so musste durfte ich mit einer der populärsten Bands der westlichen Midlands in Kontakt treten, zu dem Zwecke, die Herren dazu zu nötigen überreden, bei besagtem Benefizkonzert den Headliner zu geben. Soweit wäre die Geschichte ja noch relativ unspektakulär, gäbe es da nicht den Trommler. Und sollten Sie sich jetzt fragen, was dieser impertinente Kerl schon wieder mit meinen PR Freuden zu tun hat, dann denken Sie noch mal genau nach.
Ja, der Trommler heisst nicht nur zum Spaß so, der trommelt tatsächlich beruflich. Und weil das Leben seltsame Wege geht, trommelt er in seiner Freizeit natürlich für die populärste Band der westlichen Midlands.
Weil ich nun erstens neugierig bin und zweitens emotional gefestigt und ausserdem höchst professionell, begann ich eine lebhafte Email-Kommunikation mit dem Gitarristen der Kombo, der sich für die Konzertidee sogleich erwärmte und sich auch sonst als herrlich unkompliziert und hilfsbereit erwies. Und so begab ich mich also zwecks Besprechung diverser technischer Details am Freitag in ein nettes Pub auf ein Konzert, um die Band kennenzulernen.

II.

Wenn man dem Ex nach sechs Monaten wiederbegegnet, dann gibts eigentlich nur ein Motto: umwerfend ausehen, cool bleiben. Das mit dem umwerfend aussehen gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. In einem Anfall geistiger Umnachtung tropfte ich mir nämlich in letzter Sekunde eine ordentliche Portion Kontaktlinsenreiniger ins Auge, was wiederum dazu führte, daß ich selbiges unter höllischen Schmerzen mit 10 Litern Leitungswasser spülen musste. Nun mag ja ein knallrotes Auge in manchen Kulturkreisen als attraktiv gelten, meine Schönheit war jedenfalls einigermaßen beeinträchtigt, von meinem Selbstbewusstsein ganz zu schweigen. Eine Stunde, eine Flasche Salzlösung (fürs Auge) und einen doppelten Schnaps (für die Nerven) später, waren Aussehen und Ego gottseidank wieder hergestellt und unsere lustige Mädelspartie eierte im uralten Fiat und mit eineinhalbstündiger Verspätung dem Konzert entgegen. Und wie ich da so durch die Nacht schaukelte, war ich fast gar nicht mehr nervös.

III.

Hey, the guy over there is cute, man! freute sich meine australische Kollegin und rempelte mich aufmunternd an und da stand er, der Trommler, allein inmitten seiner Bandkollegen. Allein und müde und um Jahre gealtert. Mir schnürte es die Kehle zu. Weil Angriff nun oft die beste Verteidigung ist, drückte ich meiner Kollegin die Jacke in die Hand, atmete tief durch, machte drei Schritte nach links, und legte dem Trommler die Hand auf die Schulter. Von hinten, wohlgemerkt, um das Überraschungsmoment voll auszunutzen. Hey. sagte ich und sonst nichts. Er drehte sich um, konnte für den Bruchteil einer Sekunde nicht verarbeiten, wen er da zu sehen bekam, sammelte sich aber sofort wieder, und reagierte spontan und völlig überraschend, zog mich an sich heran und küsste mich rechts und links auf die Mundwinkel. Und ich horchte in mich hinein und fühlte...nichts. Seelische Anspannung erstickt tatsächlich jegliche noch vorhandene Zuneigung, zumindest temporär. Dem Kußintermezzo folgte der übliche Small talk, er wirkte fahrig und unsicher, ich wusste nicht wirklich, was ich sagen sollte. Du arbeitest ziemlich viel, oder? fragte er und es klang wie eine Feststellung. Myspace Status Updates sind wirklich ein Segen, dachte ich. Deine Nachricht hab ich übrigens bekommen. Die Geburtstagsnachricht? fragte ich und mußte fast lachen, angesichts der Tatsache, daß er auf besagte Nachricht nie geantwortet hatte und sich dafür jetzt auf seine unnachahmliche Art zu entschuldigen versuchte. Hattest du denn eine schöne Feier? Ja, war ganz gut. sagte er und es klang wie eine Lüge. Hm. Naja. Also ich geh dann mal und rede zwecks Gig mit dem P., das ist der da drüben, ja? fragte ich. Woher kennst du den P.? Welcher Gig? war der Trommler gleich alarmiert. Den kenn ich nicht (du Depp, sonst würd ich dich ja nicht fragen), aber mit dem muß ich jetzt mal reden. Wir sehen uns sicher später, bemerkte ich freundlich und machte, daß ich vom Acker kam.

IV.

Einen langen Abend, drei Bier und eine weitere Runde Small Talk später, stand ich einigermaßen betüdelt an der Bar und beobachtete den Trommler, der einsam an der Wand lehnte, während um ihn herum das Leben tobte und sich die Hauptband die Seele aus dem Leib spielte.

Was hat dich bloß so kaputtgemacht? dachte ich.
Wann hast du aufgegeben, du verdammter Idiot? Kannst du nicht einfach glücklich sein?

Wieso bist du auf einmal so traurig?
fragte meine Kollegin und schaute mich aufgescheucht an.
Laß uns gehen. sagte ich.

V.

Gehst du?
Ja. Muß morgen früh raus.
(Fahriger Kuß auf den Mundwinkel. Undeutbarer Blick.)
Wir sehen uns.
Ja, klar.

VI.

Scheiß Empathie.

Was von der Liebe übrigbleibt

Chliitierchnübli wird von ihrem Computer an kürzlich Durchlebtes erinnert. Mir reicht schon...


Chai
Bran Flakes
selbstgemachtes Kartoffelpüree
Scrubs (die Fernsehserie, nicht die Hosen)
Vinyl
Schiffboden
Yorkshire Tea
rosa Handcreme aus dem Hause Vaseline
"a nice cup of tea" von George Orwell
Aretha Franklin
6 Uhr 15 morgens
The Bourne Identity
Oxo Bratensaftgranulat
gorgeous
die Farbe Rot
Top Gear
Bernard Purdie
Converse Trainers
Irvine Welsh's "Porno"
verdorrte Topfpflanzen
Stille

So kann man sich irren oder: please don't hate me for being a moron

Die Geschichte mit dem Trommler ist ja inzwischen eine eher langwierige. Intensive Gefühle, lange Durststrecken, zuviel Schweigen, schlaflose Nächte, mühsam am Leben erhaltene Hoffnung, verschwendete Chancen. Irgendwann ist auch die größte Geduld erschöpft und alles was man will, ist eine Antwort auf die Frage "willst du mich oder willst du mich nicht?". Und nein, Schweigen ist keine Antwort, jedenfalls keine akzeptable.
Und weil ich mich sowieso nicht behandeln lasse wie ein x-beliebiges Groupie - vorallem nicht von einem Typen, der ein massives Sozialkompetenzproblem hat - entschied ich mich für die Strategie der klaren Worte. Man will ja so einen Scheiss irgendwann vom Tisch haben.

If you aren’t interested in taking this story any further, this is your chance to come clean. schrieb ich also. No excuses, no promises; just be honest and please don’t tell me that you “can’t” be with anybody right now if what you mean is that you don’t want to be with me.

Eine goldene Brücke, möchte man meinen. Allein, der Trommler sah das anscheinend anders und zog es vor...Sie haben es erraten: zu schweigen... wodurch ich um keinen Deut weiser war als vorher, dafür aber deutlich agepisster. Und wenn ich erstmal angepisst bin, dann Gnade Gott dem Manne der es wagt, sich wie ein Arschloch zu benehmen.

Wenn Zuckerbrot nicht hilft, dann hilft eines todsicher bei unwilligen Männern und zwar verbale Provokation gepaart mit einer Prise Sarkasmus. Der männliche Stolz ist nämlich nicht gerne gekränkt und lässt vieles nicht auf sich sitzen. Klare Worte, zweite Runde also (Zitat Kollegin: Hell, you ARE pissed off!).

...do you really think that problems will magically sort themselves out if you ignore them (or me, for that matter)?... I think I deserve to be treated with a minimum of respect no matter if you care about me or not...We are both adults, remember? We might as well act accordingly.


Der Trommler konnte dann erstaunlicherweise nicht an sich halten. Zwanzig Minuten später hatte ich nämlich die Antwort, auf die wir alle schon gewartet haben. Und was der Herr wie zu sagen hatte, übertraf meine kühnsten (Alb)träume noch bei Weitem.

I thought my lack of contact would have been enough for you to understand that i don't think meeting up is a good idea...You're a nice person and i don't want to upset or offend you by having to say things you might not want to hear...I've recently started seeing someone that i've known for some years.It's going well and i don't want to mess it up...

Ich hatte dazu letztendlich noch was (nicht allzu Nettes, aber durchaus zivilisiertes) zu sagen, aber im ersten Moment war ich sprachlos. Irgendwie bin ichs immer noch. Aber zumindest kann ich jetzt ein Wort unter die ganze Geschichte setzen und zwar:

FINI.

Casual Coffee

...und die Moral von der Geschicht':

betretenes Schweigen.

War ja klar.

Heiratsantrag für Fortgeschrittene

Hab ich dem Manne also eine sehr casuale Email zukommen lassen, als Antwort auf eine dreisätzige eher kurze Email seinerseits. Unverfängliches blabla von vorne bis hinten und damits noch harmloser ausschaut, habe ich sogar 8 Tage verstreichen lassen (nonchalant wie ich nun mal bin), man will den Kerl ja nicht vergrätzen. Und zwischen all der Nonchalanz hab ich eine nette kleine Verstörung plaziert.

"Weisst du, es ist schon erstaunlich," hab ich geschrieben. "daß wir es in den vergangenen zwei Monaten nicht mal auf einen Kaffee geschafft haben. Also was denkst du? Bereit für ein Abenteuer? Ist ja bloß Kaffee, kein Heiratsantrag..."

Wenn der Gute daraufhin nicht tot umgefallen ist, muß er ja fast reagieren, weil direkter gehts fast nicht mehr. Aber wie?

Man(n) hat so seine Gründe...
...aber welche waren das bloß?


Ich kann nicht, weil ich doch so fürchterlich beschäftigt bin
Meine Ex geistert um mich herum und mir ist ganz komisch im Kopf
Meine Ex ist mir lieber.
Gerne! Wann?
Betretenes Schweigen.

  Resultate

Frau A., 12:38h.

Until I'm over you

Dem liebeskummergebeutelten Chliitierchnübeli raten wohlmeinende Leser im gehäuften Ausmaß, es solle doch nicht traurig sein bloß wegen einem Kerl, und sich stattdessen ins Leben stürzen. Solch weise Worte kriege ich auch immer mal wieder zu hören und die Gefühle, die solche Ratschläge bei mir auslösen sind bestenfalls gemischt. Wenn man jemanden aus seinem Leben entfernen muss, den man gern hat - und hier verwende ich bewusst die Gegenwartsform - dann ist das ein Prozess, der seine Zeit dauert. Man ist traurig, wütend, enttäuscht. Man sucht nach Erklärungen. Man hat das Bedürfnis, immer und immer wieder dieselben Begebenheiten durchzukauen (zirkuläres Reden hat das mal jemand genannt). Man denkt ständig an die zu entfernende Person und es tut jedesmal weh. Diese, auch für die Umwelt eher anstrengende Phase, dauert Wochen oder Monate, je nachdem, wie häufig man den Liebeskummer mit neuem Material "füttert" (nichtbeantwortete SMS sind eine gute Nahrungsquelle), aber irgendwann wirds besser.
Was ich nun so seltsam finde, ist, daß es in der heutigen Zeit anscheinend nicht mehr akzeptabel ist, einfach passiv zu trauern. Passiv! Gegen Gefühle kann man nämlich nichts machen, die kommen und gehen von alleine. Und wenn man noch so sehr die Arschbacken zusammenkneift und einen auf Halligalli macht, unter der dünnen Firniß wüten die Dämonen. Und ja, Trauer ist ein starkes Wort, aber die meisten Menschen sind nun mal traurig, wenn sie zurückgewiesen werden. Das Motto scheint aber zu sein: No drama, please! I can't bear your pain! Und immer schnell, schnell - bloß nicht verweilen, bloß keine Schwäche zeigen. Aktiv aufarbeiten - zackzack! Das wird von der Umwelt so vehement eingefordert, daß zumindest ich immer mehr den Eindruck bekomme, die Aufforderung zum Verdrängen dient hauptsächlich dazu, den Frieden im Leben der Mitmenschen zu wahren.
Wenn man als liebesbekümmertes Wesen nun sowieso schon hauptsächlich damit beschäftigt ist, die Fassade aufrechtzuerhalten, bis man Abends in den eigenen vier Wänden zusammenklappen kann, fühlt man sich natürlich gleich viel besser, wenn man von wohlmeinenden Freunden (und das ist nicht ironisch gemeint!) indirekt vermittelt bekommt, man wäre hyperdramatisch und ein doofes Weibchen. Es mag ja Leute geben, die es mit links wegstecken, wenn jemand über ihre Gefühle hinwegtrampelt, ihr Vertrauen mißbraucht und sich keinen Deut um irgendwas schert. Ich gehöre nicht dazu und darauf bin ich stolz.
Und ja, ich bin immer noch wütend und enttäuscht und sauer auf die Welt. Und ja, ich weiß, daß ich mein Herz an einen Idioten verloren habe. Und ja, ich hänge immer noch irgendwie in der Sache drin, auch wenn inzwischen die Ratio meistens die Oberhand behält. Aber ich kann wieder konzentriert arbeiten, ich denke nicht mehr permanent über das wieso und warum nach und ich zucke nicht mehr zusammen wenn mir ein blauer Mercedes 360E auf der Hauptstraße entgegenkommt. Der Weg zur totalen Freiheit ist trotzdem noch lang und sicherlich steinig. Aber Dank einiger wirklich geduldiger, mitfühlender und kluger Menschen, die sich wochenlang mit mir in zirkulären Gesprächen ergangen haben, ist der Ablösungsprozeß nicht nur ziemlich erfolgreich, sondern ich hab aus der ganzen Scheiße sogar noch einiges über mich selbst gelernt.
Und daß der Trommler auf eine total neutrale, freundschaftliche SMS nicht reagiert, hat mich komischerweise weniger aus dem Gleichgewicht gebracht, als ich anfangs befürchtet hatte...

...aber wie sagten schon Maroon 5 so schön:

this relationship is over
though my stomach still hurts
and now I'm gonna live alone
why is the pain much worse?
and I cannot refuse your eyes
so please don't look at me tonight
my heart beats fast
I know you're there
but I pretend that I don't care
it hurts too much to know the truth
but I am still in love* with you


*kind of...

Unconditional Love - Grande Finale

Wenn ein Mann nicht anruft, obwohl er es versprochen hat, gibt es dagegen eigentlich nur ein Mittel: die totale Kommunikationsverweigerung frei nach dem Motto "wenn der Arsch nicht anruft, ist er sowieso keinen Pfifferling wert." Denn Ladies, wir haben unseren Stolz! Und wir rennen doch keinem Typen nach, der sich nicht ordentlich bemüht!

Das ist die Theorie.

In der Praxis mach ich mich auch nicht gerne zum Deppen - wer bin ich denn?! - aber manchmal muss man tun, was man tun muss, auch wenns körperlich wehtut, in diesem Fall also zum Telefon greifen und den unwilligen Mann anrufen. Dazu rüstet man sich am Besten mit Gottes gerechtem Zorn und ein paar schlagenden Argumenten und dann lässt man seinen Gefühlen freundlich aber bestimmt freien Lauf. Klingt nach Plan und erstmal auf 180 kann mich eigentlich sowieso nichts mehr bremsen, es sei denn...

...am anderen Ende der Leitung ist der Herzschmerz ausgebrochen, weil die Exfreundin ungern die Kontrolle über den ungewollten Macker aufgibt und seit Wochen Emotionen und Nerven per Email bis an die Schmerzgrenze strapaziert.

Da hat man sich nun mit dem Flammenschwert gegürtet und ist furchtbar zornig und platzt gleich und dann hört man diese müde Stimme. Was macht man in so einem Fall? Man schlägt den Kopf gegen die Wand macht gar nichts. Man hört bloss zu.

I'm sorry. I didn't mean to screw you around. I can't be with anybody at the moment. I'll call you soon.

Und dann legt man auf und merkt auf einmal, dass man vier Wochen lang den Atem angehalten hat und dass es Zeit wird, auszuatmen. Seelenfrieden wiederhergestellt.

Ausserdem lernt man daraus, dass man sich manchmal zum Deppen machen muss. For the sake of the Seelenfrieden.

Life, Chop Suey

feingehackt und grob gewürfelt

Frau A.

Wohnt auf einer nahezu flachen Insel. Mag Kinder, Viren und Hunde. Kann Kühe melken. Stiehlt mit Vorliebe und einer Nikon SLR die Seelen der sie umgebenden Menschen. Würde gerne dreisprachig sein. Verehrt Hugh Laurie. Liebt schnöde amerikanische Fernsehserien, britischen Humor und kluge Bücher. Ist nach aussen nett und nach innen sarkastisch-misanthropisch. Hat ein Zweitgehirn und ist verschwestert mit den uneineiigsten eineiigen Zwillingen der Welt. Wird nächstes Jahr einen Bestseller schreiben und in Frühpension gehen.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Was die anderen sagen...

lol...so hab ich mir...
lol...so hab ich mir das noch nicht überlegt gehabt....
Frau A. - 5. Jul, 21:38
Klar helfen die... man...
Klar helfen die... man lernt keine Menschen mehr kennen,...
Emily (anonym) - 5. Jul, 19:42
Dealen, das würde...
Dealen, das würde ich nie im Leben machen. Ist...
Malte - 1. Jul, 18:28
sehr schön. werden...
sehr schön. werden wir sie in zukunft als eine...
herrtrema - 16. Jun, 13:09
Das mit dem geklammerten...
Das mit dem geklammerten (l) beißt sich ein bissl...
erwin (anonym) - 10. Jun, 03:06

Und sonst

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Zuletzt aktualisiert: 7. Jul, 20:33