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"In my photo I look like some kind of tube-dwelling criminal. This is not an accurate representation.
I prefer to operate in parks."
(Abt/ Attraktive Männer mit Humor.)
"In my photo I look like some kind of tube-dwelling criminal. This is not an accurate representation.
I prefer to operate in parks."
(Abt/ Attraktive Männer mit Humor.)
Gestern Nacht hatte ich einen seltsamen Traum. Ich befand mich in einer sehr katholischen Kathedrale und zwar auf einem Konzert. Die Kathedrale war, wie das so üblich ist, ziemlich kalt, ziemlich grau und mit fetten Putten überreich geschmückt und viele, viele Leute hatten sich im Mittelgang in einer Art Stirnreihe aufgestellt. Der Trommler schritt die Stirnreihe von oben nach unten ab und pickte sich aus der Menge eine rothaarige Dame heraus, die verblüffende Ähnlichkeit mit der sehr hübschen Freundin eines Freundes aus Manchester hatte, allerdings in einer gut abgehangenen Version. Die rothaarige Dame warf sich dem Trommler freudig an den Hals und er legte ihr nonchalant den Arm um die Taille. Blöde Kuh, dachte ich im Traum und ärgerte mich gleichzeitig darüber, daß ich eifersüchtig war. "Wir hatten mal was miteinander." erklärte der Trommler der Stirnreihe. Der Keyboarder aus des Trommlers ehemaliger Band, der neben mir stand, schaute mich schief von der Seite an. Der Trommler marschierte weiter den Mittelgang entlang, die rothaarige Dame im Schlepptau, und kam schließlich auch an mir vorbei, würdigte mich keines Blickes (wunderbar realitätsnah, der Traum) und die Versammlung löste sich auf. "Du wirst immer so nervös, wenn du mit ihm redest." sagte der Keyboarder und schaute mich verächtlich an. Seine Augen funkelten gehässig hinter dicken Brillengläsern. "Wir haben das natürlich alle bemerkt." Mir war das im Traum furchtbar peinlich und gleichzeitig hatte ich das starke Bedürfnis, mich zu rechtfertigen oder wahlweise dem Keyboarder ordentlich eins aufs Maul zu geben. Du warst mir immer schon suspekt, dachte ich so bei mir, während ich von der Kanzel auf die wuselnde Menschenmenge hinunterschaute. Der Trommler war nirgends zu sehen und ich wollte ihn unauffällig suchen gehen. Bevor ich mich allerdings vor aller Augen zum Affen machen konnte (unauffällig! haha! wo doch alle Bescheid wissen!), wachte ich auf, die TV Fernbedienung fest an die Wange gedrückt.
Ich bin mir ziemlich sicher, daß weder der Keyboarder noch sonst irgendein gemeinsamer Bekannter von dieser unsäglichen Liason weiß. Und daß das auch so bleibt, dafür haben wir wohl beide gesorgt, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Der eigentliche Witz an diesem Traum ist aber, daß ich noch nie so Trommler-frei war, wie jetzt. Irgendwann wurde es mir nämlich doch zu blöd, mir aus dem Scherbenhaufen einen Mann zu basteln, den es so nie gegeben hat. Heureka.
Nur zu meinem Unterbewusstsein ist das alles anscheinend noch nicht durchgedrungen. Lustig. Sogar in meinem Traum hab ich mich kurz gewundert, wieso ich das jetzt träume, wo ich doch eigentlich drüber weg bin.
drink up, baby, stay up all night...things you could do, you won't but you might...the potential you'll be and you'll never see...promises you'll only make...do what I say and I'll make you okay and drive them away, the images stuck in your head...the people you've been before that you don't want around anymore, that push, shove, don't bend to your will...I'll keep them still...drink up one more time and I'll make you mine and keep you apart...separate from the rest, where I like you the best..
Elliot Smith, der so tief in dieses Loch namens Depressionen fiel, daß er sich am Ende im Alkoholrausch ein Küchenmesser in den Bauch rammte, hat between the bars geschrieben, ein Lied über Alkohol als vordergründige Lösung aller Probleme. Jedesmal, wenn Herr Smith dieses Lied für mich anstimmt - und das war in den letzten Jahren bewusst sehr, sehr selten - sitze ich plötzlich wieder auf der weißen, durchgesessenen Couch, umgeben von Bücherstapeln und Schallplatten und einer zerzausten Yuccapalme. Und er sitzt neben mir, krault meinen Nacken, küßt mich auf die Schläfe. Alles ist wie immer, nur er, er ist stoned und ich kann ihn nicht spüren, obwohl er so nahe ist, daß ich beinahe seinen Herzschlag hören kann. Warum er sich ständig betäuben musste, wollte er mir nie erklären. Vielleicht konnte er es auch nicht. Daß die Kifferei zwischen uns, zwischen ihm und dem Rest der Welt, stand, war ihm wohl bewusst. Daß ihn die Drogen veränderten, anscheinend nicht. Vielleicht war es ihm auch egal.
Ich erinnere mich, daß er mir einmal in sehr ruppigem Tonfall erklärte, er würde das Kiffen für niemanden aufgeben.
Für niemanden.
Nicht mal für sich selbst.
Oder eben nicht für sich selbst. Wer weiß das schon so genau. Der Selbstzerstörungstrieb wird gemeinhin unterschätzt. Vorallem von jenen, die wie ein Stehaufmännchen immer wieder gegen die Wand rennen, auf der Suche nach Alternativen. Die Angst zu versagen verlangt nach Betäubung. Betäubung bedingt Einsamkeit und die Einsamkeit ist unerträglich.
Irgendwann zwischen seinem zweiten und dritten Joint hab ich's dann auch kapiert.
Dass ein Kerl nicht zurückruft, liegt in 99% der Fälle an mangelndem Interesse und nicht daran, daß er sein Handy beim Klettern auf dem Kilimandscharo in eine Gletscherspalte hat fallen lassen. Dass Frauen Signale sehen, wo es keine gibt, und wild blinkende Warnleuchten ignorieren, wo immer möglich, ist leider nicht nur ein Klischee. Und meine Vergangenheit hat mich so einiges gelehrt - ja, aus Fehlern kann man doch was lernen - weswegen ich inzwischen so vorsichtig beim Interpretieren von angeblichen Signalen geworden bin, dass ich mir eigentlich drei Punkte auf den Arm malen müsste. All dies in Betracht gezogen: kann mir bitte jemand erklären, wieso mir zwei Männer seitenlange und sehr erbauliche Emails schreiben und dann plötzlich zur selben Zeit damit aufhören? Schon möglich, daß ich in den letzten Wochen etwas schleissig beim zurückschreiben war, aber darf man sich in diesen metrosexuellen Zeiten wirklich nicht mehr erwarten, dass ein Kerl ein bißchen Eigeninitiative zeigt? Ich könnte ja zum Beispiel tot sein. Oder im Koma. Oder zumindest im Streß. Und Mann hätte ja mal nachfragen und damit Frau einen Schubs in die richtige Richtung geben können. Ach, das Leben im Konjunktiv...
Vielleicht bin ich aber auch einfach zu verwöhnt von meinem letzten Lover. Immerhin ließ sich der in der Anfangsphase nicht mal davon abschrecken, dass ich in meiner pathologischen Zögerlichkeit SMS häufig mit einem Tag Verspätung beantwortete. Wahrscheinlich habe ich mir die Frage nach dem 'warum' damit auch schon selbst beantwortet. Mann findet es nicht der Mühe wert, ein paar Zeilen in den Äther zu schicken? Well, darling, he's probably just not that into you...
...ganz ehrlich? Das ist zwar die plausibelste, aber gleichzeitig auch die langweiligste Erklärung ever und ich fühle plötzlich diesen übermächtigen Drang, Emails zu schreiben...einfach nur so, for the sake of drama.

Hinter so gut wie jedem zögerlichen, sich komisch verhaltenden oder unschlüssigen Mann steht eine Frau.
Daß ich zu dieser Erkenntnis noch gelangen durfte, verdanke ich einer zufälligen Begegnung mit Mister Unschlüssig. Der war anscheinend nach monatelanger Situations- und Selbstanalyse zu dem Schluß gekommen, daß er sich an besagtem Abend wie ein Idiot verhalten hatte. Dafür hat er sich nun entschuldigt und die Erklärung für sein seltsames Gebaren gleich mitgeliefert: er wäre ja keiner, der seine Freundin bescheisst, das wär nicht seine Natur. Daß er's an dem Abend immerhin bis in mein Bett geschafft hat, wenn auch angezogen, fiel für ihn anscheinend noch in den Bereich "netter Abend mit Freunden".
Einen netten Abend mit Freunden machten sich auch ein paar Kollegen eines Bekannten meinerseits. Erst (zu)viel Bier, dann ein beherzter Griff an meinen Allerwertesten und auf meine Frage, was das denn solle, die Antwort: keine Sorge, ich hab eh eine Freundin.
Und ich habe doch tatsächlich bisher geglaubt, der nette Mann von Nebenan wäre treu - im Geiste und in den Lenden. Da muß ich mich wohl gewaltig umorientieren.
Das Leben geht eigentlich ganz gut weiter. Nur die Lieblings-DVD vom Almost Lover liegt nach wie vor auf dem Küchentisch und glotzt mich an und das irritiert mich irgendwie. Gestern klingelte das Telefon zur üblichen Zeit, was mir einen mittleren Adrenalinschub verursachte. Fand ich irgendwie unangemessen und out of proportion. Es war dann außerdem nur diese Irin, die immer nach einer Michelle fragt. Michelle wohnt hier seit Jahren nicht mehr, aber die Irin ist hartnäckig. Oder senil. Jedenfalls liegt die Lieblings-DVD auf dem Küchentisch und wartet aufs Herrchen. Herrchen hat angekündigt, irgendwann seine DVD gegen meine Trainingsjacke eintauschen zu wollen, nur wird das jetzt wohl nichts mehr werden. Herrchen ist nämlich gerade auf Urlaub und ich bin auch nicht mehr lange im Lande. Ich sollte das Teil einfach wegschmeissen. Leider will der obsessive Teil von mir den Kerl aber eigentlich nochmal sehen, damit der dann auch sieht, was er davon hat bzw. nicht mehr hat. Der normale Teil von mir sieht darin gottseidank wenig Sinn und scheint auch momentan die Oberhand zu haben. Trotzdem. Die DVD glotzt mich an. Und heute Nacht hatte ich einen Traum da war ich beim Zahnarzt und der Almost Lover saß im Wartezimmer. Nicht mal mehr auf Träume kann man sich verlassen. Ärgerlich sowas.
Mein Kopf an deiner Schulter, unsere Beine ineinander verschlungen, du ziehst mich enger an dich heran und für einen Moment bin ich fast versucht zu glauben, daß es doch nicht vorbei ist. Vielleicht. Vielleicht. Vielleicht.
Als du mich küßt, holt mich mit einem Schlag die Realität ein.
Am nächsten Tag rufst du mich an. Ich kann das nicht. sagst du, ich kann das nicht. Ich fühl mich, als wär ich nicht ich selbst, es fühlt sich nicht richtig an.
Ok. sage ich. Mehr fällt mir nicht ein.
Es ist alles gesagt. Es ist alles getan. Count your losses, Baby. And move on.
So geht's im Leben. Man trifft jemanden in einer Bar, während man jemand anderen datet. Man beschließt, dem Zufallstreffer eine Chance zu geben, weil die Optik überzeugt und man ja nichts zu verlieren hat, abgesehen von einer "Beziehung" die mehr auf Willens- als auf Anziehungskraft basiert.
Der Zufallstreffer erweist sich in der Folge als durchaus brauchbar, wenngleich beziehungstechnisch unerfahren, und man freut sich irgendwie, daß man zur Abwechslung mal an jemanden geraten ist, der keine blöden Spielchen spielt. Klar, das große Feuerwerk der Gefühle löst auch der Zufallstreffer erstmal nicht aus, sowas schaffen bekanntlich nur psychotische Musiker (und wo das endet weiß man ja), aber beim Küssen hebt es einem trotzdem den Magen und das ist ja auch schon was. Da stört man sich auch nicht wirklich daran, daß es im Bett erstmal nicht klappt, man hat ja alle Zeit der Welt und Eile mit Weile. Ein Monat später klappt es im Bett allerdings immer noch nicht und man beginnt sich zu fragen, ob es vielleicht nicht nur am Manne (der offensichtlich unter enormer psychischer Anspannung steht) sondern vielleicht auch an einem selber liegt. Um den Druck aus der Sache zu nehmen, beschließt man also, ein Beischlafembargo zu verhängen, man ist ja schließlich nicht die Eiger Nordwand, die es auf Teufel komm raus zu besteigen gilt, und hofft, daß man damit die herannahende Katastrophe abgewendet hat.
Eine Woche und zwei Bier auf nüchternen Magen später findet man sich trotz Embargo wild knutschend im Vorzimmer wieder und weil sich alles sehr vielversprechend (wenn auch nicht unbedingt richtig) anfühlt, beschließt man, das Embargo Embargo sein zu lassen. Leider hat man sich aber zu früh gefreut, weil der Mann im Endeffekt auch diesmal nicht kann und dann muß man sich plötzlich, wenn auch nicht unerwartet, zu nachtschlafender Stunde der Mutter aller Beziehungsgespräche stellen. Der Mann beichtet einem nun nämlich, daß er derzeit an der Intensität seiner Gefühle zweifle und überhaupt nicht sicher sei, ob und wie er diese Beziehung weiterführen könne. Schön, denkt man sich. Und dann heult man ein bißchen an des Mannes Schulter, weil man es nicht fassen kann, daß man schon wieder kentert bevor man überhaupt den Hafen verlassen hat.
Am nächsten Morgen verläßt man den Mann, der jetzt also anscheinend ein Ex-Mann ist und tief und fest schläft, und fragt sich, ob das schon wieder alles war. Letztendlich stellt sich heraus, daß der Mann zwar weiß was er will, gefühlsmäßig aber ein ziemlicher Kuddelmuddel ist, und man einigt sich darauf, in Zukunft die Beziehung weniger nach dem "Zehn-Jahre-verheiratet" und wieder mehr nach dem "ein-Monat-verknallt" Modell zu gestalten. Will heißen: No sleep-over, no sex, no trouble.
Dann verabschiedet man sich ins Wochenende und während der Mann auf einer indischen Hochzeit weilt, betrinkt man sich freudig mit einer Flasche Rum und wacht am nächsten Tag mit bösen Kopfschmerzen und noch böseren Vorahnungen auf. Man weiß jetzt nämlich, daß der Mann inzwischen seine Meinung geändert hat und eigentlich gar nicht mehr "will". Daß ein von des Mannes Seite angekündigter Anruf dann nicht kommt, bestätigt einen natürlich nur in der eigenen Paranoia und weil man sich solcherartiges Verhalten auf keinen Fall bieten lassen kann, weil einem zu mehr Ungewissheit, Warten und Hoffen einfach die Kraft fehlt, beschließt man Nägel mit Köpfen zu machen. Schluß, aus, vorbei, finito, sagt man zum eigenen Spiegelbild und das fühlt sich zwar traurig an, aber gleichzeitig auch befreiend.
Als Abends der Mann anruft, pünktlich zur üblichen Zeit, ist man knatschig und kurz angebunden. Den Mann verwundert das. Sehr. Er fragt, wie der Tag war und das Wochenende und überhaupt. "Tu doch nicht so!" möchte man geifern, aber irgendwie ist man plötzlich nicht mehr sicher, ob das mit der Vorahnung diesmal wirklich hingehauen hat. Im Endeffekt ergibt man sich und erzählt dem Mann von den paranoiden Anfällen, die einen plagen und der Mann findet das alles höchst verwunderlich. Das wiederum findet man selbst ein bißchen verwunderlich, weil wenn einem einer erklärt, daß er sich seiner Gefühle nicht sicher ist, dann fühlt man sich klarerweise erstmal nicht mehr sehr sicher in der Beziehung. Das Schlußmachen vertagt man jedenfalls vorläufig und beschließt, sich den Mann erst mal "live" anzuschauen. Gefühle - oder deren Nichtvorhandensein - kann man schließlich besser spüren als hören. Wo das noch hinführt oder auch nicht, steht nach wie vor in den Sternen. Eines ist allerdings klar: mehr Drama gabs bei Falcon Crest in der gesamten ersten Staffel nicht. Ob das wohl normal ist?
seit einem monat rufst du mich an und fragst mich, wie mein tag war. seit einem monat legst du nachts deinen arm um mich, dein atem sanft an meinem nacken. seit einem monat kannst du morgens nicht sprechen, bloß küssen. seit einem monat grinst du nur amüsiert, wenn ich von gutaussehenden musikern umhalst und beflirtet werde. seit einem monat zeigst du mir bei jeder gelegenheit, daß du gern zeit mit mir verbringst.
seit einem monat habe ich angst, du könntest eines morgens aufwachen und feststellen, daß ich langweilig bin dir langweilig ist.

Lustig, wenn unbelebte Gegenstände den eigenen Gefühlszustand besser wiedergeben als man es jemals mit Worten beschreiben könnte.