Postausgang

Der letzte seiner Art

ipodmini

Lieber iPod (Mini),

seit vorgestern machst du die Augen nicht mehr auf und sagst keinen Ton. Bist du etwa beleidigt, weil du in meinem Rucksack gleich neben dem Mobiltelefon liegen musstest? Ich weiss ja, ihr zwei vertragt euch nicht sonderlich, weil das Telefon immer mit seiner Radiofunktion protzt und du deine 4 Gigabyte Speicher dagegensetzen musst, um überhaupt noch ein Leiberl zu haben. das regt dich immer sehr auf, ich weiss.
Oder bist du doch nass geworden, als wir uns durch den Gewitterregen gekämpft haben? Dabei habe ich doch extra den Regenschirm über dich gehalten, statt über meinen Kopf. Hast du mir vielleicht noch nicht verziehen, dass ich dich manchmal fallengelassen habe? Oder bist du einfach nur alt und müde? Immerhin bist du jetzt schon 2 Jahre alt und hörst auf dem linken Ohr schon schlecht. Deine rosafarbenen Hosen sind auch schon ganz zerschlissen und dein Kopfhörerkabel ist schon etwas angegilbt. Vielleicht hätte ich dir mal so eine Blauwäsche für Omahaare verpassen sollen? Ich weiss ja, dass du sehr auf dein stylishes Äusseres achtest, wie es sich für ein Mitglied der Apple-Dynastie eben gehört.
Ach iPod, du bist der letzte deiner Art und jetzt lässt du mich im Stich. Das iBook ist auch ganz traurig und hat gestern aus Trotz gleich zwei DVDs ausgespuckt. ich glaube, es vermisst eure innige Verbindung genauso wie ich. Der Joe hat ja versucht dich wiederzubeleben und ich habe dich vorsorglich sogar gefönt. Aber auch nach intensiven Bemühungen hast du nur deine Festplatte traurig ein paar Mal im Kreis gedreht und dann warst du still. Ich glaube, du wirst nicht mehr.
Ich hoffe du verzeihst mir, dass ich mir einen deiner Brüder ins Haus bestellt habe? Er ist nicht pink (das könnte ich nicht ertragen, es würde mich zu sehr an dich erinnern) und er ist auch kein Mini sondern ein Nano. Und schwarz, weil ich in Trauer bin. Es wird nicht dasselbe sein mit ihm, das versichere ich dir. Du wirst immer mein Erster bleiben.

In Liebe,
deine Anekalina

Unspoken

X.,

wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen? Nein, frag mich nicht, was ich mir wünschen würde. Ich weiss es nicht. Wenn ich traurig bin wünsche ich mir manchmal, du wärst hier und ich könnte dich einfach anrufen, wenn mir danach ist. Ich würde gerne mit dir am Küchentisch sitzen, einen Instantcappucchino trinken, reden und dabei eine von deinen Zigaretten rauchen. Die hast du mir ja immer aufgeschwatzt, weil sie hundertmal leichter - und damit natürlich viel gesünder- waren, als meine Gauloises.
Aber das Leben ist nun mal, wie es ist, und du bist nicht hier. Manchmal wache ich morgens mit dem seltsamen Gefühl auf, es wäre etwas Schlimmes passiert und ich müsste mich erst daran erinnern. Es ist fast so, als wäre ein Teil meines Gedächtnisses über Nacht durch ein Vakuum ersetzt worden. Dann fühle ich mich den ganzen Tag, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen.

Manchmal habe ich Angst, dass ich dich irgendwann vergesse oder dass ich mich nicht mehr erinnern kann, wie das Leben mit dir war. Ganz am Anfang konnte ich mir dein Gesicht nicht vorstellen. Wo du sein solltest, war nur eine verschwommene Fläche. Über zwei Monate lang habe ich kein einziges Foto von dir angesehen, weil ich Angst hatte, du könntest mir fremd vorkommen. Auch jetzt habe ich nur zwei Fotos von dir. Das eine, das dein Fotografenfreund von dir gemacht hat, als du zwanzig warst. Du schaust frontal in die Kamera und man sieht nur dein Gesicht, ganz ernst. Das andere Foto ist aus irgendeinem Urlaub. Du lächelst und bist wunderschön.

Kannst du dich noch an unser letztes Telefongespräch erinnern? Wir hatten uns gestritten, weil ich am Wochenende eigentlich zu dir fahren wollte und mich in letzter Minute dagegen entschieden hatte. Wir haben uns ja selten angeschrien, aber in diesem Gespräch haben wir uns wirklich nichts geschenkt. Abends, als ich in der U-Bahn auf dem Weg nach Hause war, hast du mich angerufen und dich entschuldigt. Das war typisch für dich. Trotzdem frage ich mich oft, ob du vielleicht schon geahnt hattest, was am nächsten Tag passieren würde. Und was für ein wunderbarer Tag war das. Sonnig. Warm. Noch fünf Tage bis zu meinem 23. Geburtstag. Als das Telefon geklingelt hat, war ich gerade in der Küche und wollte die Pizza in den Ofen schieben. Ich kann mich noch erinnern, dass ich ganz ruhig war und dass ich wusste, es gibt kein Zurück. Als ich aufgelegt hatte, hätte ich mich am liebsten übergeben. Stattdessen habe ich mich auf den Boden gesetzt und angefangen zu weinen.

Es ist jetzt fast drei Jahre her, dass du einfach aufgehört hast zu atmen. Ich weiss, du wolltest immer im Schlaf sterben oder zumindest schnell und als ich mich auf der Intensivstation von dir verabschiedet habe, hast du friedlich ausgesehen, also hattest du vermutlich recht, was das betrifft. Darüber bin ich froh. Aber manchmal wünsche ich mir, ich hätte Zeit gehabt, mich auf das Unvermeidliche vorzubereiten.

In Filmen reden die Leute oft davon, dass sie sich noch so viel zu sagen gehabt hätten. Auf mich trifft das nicht zu. Ich habe dir alles gesagt, was zählt. Ich liebe dich. Ich vermisse dich. Und wenn ich sterbe, werden wir uns wiedersehen. Im Himmel oder in der Hölle oder wo auch immer sie uns kleine Heiden sonst hintun.



"Down the middle drops one more grain of sand.
They say that new life makes losing life easier to understand.
Words are kind, they help ease the mind, I miss my old friend.
Got to go, we'll keep a piece of your soul.
One goes out, one comes in."

Luke Skywalker kommt auf Besuch und macht den Abwasch

luke-skywalker

Gestern Star Wars DVD Box Set bei Amazon bestellt. Kommt hoffentlich bald hier an. Ach Luke! Ich kann's kaum erwarten.


Liebster Luke,

du fehlst mir. Und wusstest du eigentlich schon, dass ich mit zwölf ganz doll in dich verknallt war? Ich glaube damals 1991 hat sich mein Faible für maskuline Unterarme entwickelt. Ach, deine Unterarme waren wirklich wunderbar. Und wenn du dich in diesem ärmellosen Top von Baum zu Baum geschwungen hast, mein lieber Schwan! Die G. und ich, wir haben die VHS-Kassette mit Episode V so oft vor und zurückgespult, dass sie an manchen Stellen angefangen hat zu eiern. Das war fast so wie bei diesen Pornoheften, die an einer bestimmten Seite von selbst aufklappen.
Später dann, als es die erste Version der Trilogie auf DVD gab, haben die G. und ich uns an einem Samstagabend alle drei Episoden hintereinander angeschaut. Das hat fast neun Stunden gedauert und ich konnte danach für die folgenden neun Stunden mein Steissbein nicht spüren, weil das war vollkommen taub vom Sitzen auf dem Fussboden.
Noch später hat mir der C. den Soundtrack von allen drei Episoden geliehen. Da hatte ich die Filme schon so oft gesehen, dass ich sie im Kopf abspielen konnte, was sehr praktisch war. So sind wir stundenlang im Sommer im Dunkeln in der Wiese gelegen, du und ich, und haben uns die Sterne angeschaut. Und immer hab ich mir gewünscht, ich könnte dich mal auf Tatooine besuchen oder mit dir in einem X-Wing fliegen. Ich hab sogar kurz mal darüber nachgedacht Kampfpilotin zu werden, weil wir dann etwas gemeinsam gehabt hätten. Meine Kurzsichtigkeit hat das aber verhindert und meine Mama auch. Und irgendwann waren dann auch die echten Jungs wichtiger als du. Versteh das nicht falsch, das lag gar nicht an dir, sondern an mir. Und an Hayden Christiansen, aber das wollen wir mal beiseite lassen.
Ach Luke, gestern hab ich an dich gedacht. Und ich finde es wirklich sehr lieb von dir, dass du mich besuchen kommst. Du musst auch nicht den Abwasch machen; lass uns einfach ein bisschen kuscheln und reminiszieren und Unmengen von Schokolade essen. Und diesmal, Luke, darfst du bleiben. Für immer. Nichts wird zwischen uns kommen, ausser du willst das so. Versprochen.

Life, Chop Suey

feingehackt und grob gewürfelt

Frau A.

Wohnt auf einer nahezu flachen Insel. Mag Kinder, Viren und Hunde. Kann Kühe melken. Stiehlt mit Vorliebe und einer Nikon SLR die Seelen der sie umgebenden Menschen. Würde gerne dreisprachig sein. Verehrt Hugh Laurie. Liebt schnöde amerikanische Fernsehserien, britischen Humor und kluge Bücher. Ist nach aussen nett und nach innen sarkastisch-misanthropisch. Hat ein Zweitgehirn und ist verschwestert mit den uneineiigsten eineiigen Zwillingen der Welt. Wird nächstes Jahr einen Bestseller schreiben und in Frühpension gehen.

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Was die anderen sagen...

lol...so hab ich mir...
lol...so hab ich mir das noch nicht überlegt gehabt....
Frau A. - 5. Jul, 21:38
Klar helfen die... man...
Klar helfen die... man lernt keine Menschen mehr kennen,...
Emily (anonym) - 5. Jul, 19:42
Dealen, das würde...
Dealen, das würde ich nie im Leben machen. Ist...
Malte - 1. Jul, 18:28
sehr schön. werden...
sehr schön. werden wir sie in zukunft als eine...
herrtrema - 16. Jun, 13:09
Das mit dem geklammerten...
Das mit dem geklammerten (l) beißt sich ein bissl...
erwin (anonym) - 10. Jun, 03:06

Und sonst

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Zuletzt aktualisiert: 7. Jul, 20:33